Fadja Ehlail

Schon als Kind haben mich andere Menschen und fremde Kulturen fasziniert. 1973 als Tochter eines Palästinensers und einer Deutschen in einem kleinen Dorf geboren, war ich schon früh damit konfrontiert, was es bedeutet, anders zu sein. Bei uns zu Hause war immer viel los. Menschen, die komisch aussahen, Essen, das anders schmeckte als bei meinen deutschen Freundinnen, Sprachen, die ich nicht verstehen konnte. Normal, so dachte ich, sind immer nur die anderen. Und so begann ich schon sehr früh, mich zu fragen, was denn die anderen so normal macht – als Kind eher unbewusst und dann mit zunehmendem Bewusstsein auf der Suche nach Antworten.
Im Laufe meiner schulischen und akademischen Entwicklung setzte ich mich mit der Frage nach der Konstruktion von Identität und der sich daraus ergebenden Zugehörigkeit auseinander. Ich studierte Anglistik/ Amerikanistik, Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften in Mannheim und in London. Die inhaltlichen Schwerpunkte legte ich auf konstruktivistische Theorien und gesellschaftliche Wirklichkeitskonstruktion, Identitätstheorien, Interkulturalität und Alterität und auf soziale Einbindung von Individuen in unterschiedliche Formen des menschlichen Zusammenlebens. Durch zahlreiche Aufenthalte im Ausland und Individualreisen in der ganzen Welt lernte ich viele unterschiedliche Lebensmodelle kennen und mein eigenes Dasein zu relativieren und zu reflektieren.
Bereits während meines Studiums absolvierte ich Trainerausbildungen und merkte schnell, dass ich in meiner Arbeit mit Erwachsenen all meine Kenntnisse anwenden und weitergeben kann.
Meine erste berufliche Tätigkeit nach meinem Studium als Leiterin des Zentrums für Schlüsselqualifikationen ermöglichte mir, meine inhaltliche Expertise um organisatorische Fähigkeiten zu erweitern und einen Einblick in die Welt der Erwachsenenbildung zu erhalten. So oft ich konnte, nutzte ich die Gelegenheit, Trainings anzubieten, mit Menschen zu arbeiten und meine eigene Haltung und mein Auftreten zu professionalisieren.
Nachdem ich 2006 das Baden-Württemberg-Zertifikat für Hochschuldidaktik in Heidelberg und ein Fernstudium zum interkulturellen Trainer und Coach an der Uni Jena abgeschlossen hatte, entschloss ich mich nach vielen schlaflosen Nächten und Beratungsgesprächen mit Freunden und Profis, das Wagnis einzugehen und com-across zu gründen und damit den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen. Einen Schritt, den ich bis heute noch keine Sekunde bereut habe.
Im Januar 2007 bot sich mir die Gelegenheit, als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der pädagogischen Hochschule in Heidelberg in der berufsbezogenen wissenschaftlichen Weiterbildung eine Teilzeit-Stelle anzunehmen, die ich inhaltlich und zeitlich gut mit der Selbstständigkeit vereinbaren konnte. Und so gab alles ein rundes Bild.
2009 schloss ich meine Ausbildung zum systemischen Coach ab. Im systemischen Ansatz finde ich meine Sichtweise auf Individualität wieder – ich arbeite in meinen Trainings und Beratungen immer mit der Idee, dass Prozess vor Programm geht, dass die Teilnehmenden das Wichtigste sind und dass Betroffene zu Beteiligten gemacht werden.
So biete ich heute Workshops zu Interkulturalität und Diversity Management, Kommunikation, Didaktik und Trainingsgestaltung (Train-the-Trainer), Leadership, Moderation, Präsentation und umgehen mit schwierigen Zeitgenossen und Konfliktmanagement an. Ich arbeite für Wirtschafts-Unternehmen, Non-Profit Einrichtungen, Universitäten, Institute und Vereine. Darüber hinaus coache ich Menschen, die sich entwickeln wollen und Unterstützung für ihre individuellen Fragestellungen suchen.
In meinen Workshops verbinde die Leidenschaft für die Arbeit mit Menschen mit inhaltlicher Expertise - und es freut mich sehr, wenn meine Teilnehmenden am Ende des Workshops sagen, dass sie etwas mitnehmen konnten und dass sie spüren konnten, wie viel Freude mir die Arbeit mit ihnen bereitet hat.



